Digital geführt: Touren im Stadtwald



Zeit

18.12.2017
00:00 bis 00:00 Uhr

Informationen

18 Dez 2017

Per digitaler Wanderkarte zu geheimnisvollen und geschichtsträchtigen Orten im Gelnhäuser Stadtwald

Der Verkehrsverein schaltet Anfang 2018 die Fortsetzung seines virtuellen Rundgangs durch das historische Gelnhausen live – Vier Touren unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade durch den Forst der Barbarossastadt

Der Gelnhäuser Stadtwald birgt viele Geheimnisse und greifbare Geschichten. Etwa Hügelgräber aus der Keltenzeit, darunter die Grablege eines Verstorbenen von besonderem Rang. Oder die „Heinrichshöhe“, die dem bedeutenden Gelnhäuser Botaniker, Geologen, Weinbaufachmann und Apotheker Johann Heinrich Cassebeer (1784-1850) gewidmet ist. Zu den markanten Punkten im Gelnhäuser Stadtwald gehören auch verschiedene Borne und Weiher, darunter der „Schülerborn“ mit der eingemeißelten Jahreszahl 1642, an dem sich die Feuerwehr seit 1870 zu ihrer traditionellen Frühpartie versammelt.

30 dieser spannenden und geschichtsträchtigen Orte im Forst oberhalb der Barbarossastadt können Wanderer und Spaziergänger ab Anfang 2018 auf vier GPS-geführten Wanderrouten mit einer Laufzeit von einer bis zu vier Stunden erkunden. Dafür hat der Verkehrsverein Gelnhausen eine digitale Wanderkarte erstellt, die als web-basierte App über jeden Browser läuft und dank Google-Maps-Implementierung sowie dem heuer in jedem Smartphone verbauten GPS-System Wanderer und Spaziergänger zielsicher durch den Stadtwald navigiert. An den markanten Punkten erhält der Nutzer der digitalen Wanderkarte via Smartphone Bild- und Textinformationen mit allerlei Wissenswertem zu seinem aktuellen Standpunkt – Höhenprofil und weitere interessante Orte in der Nähe inklusive.

„Mit unserer digitalen Wanderkarte für den Gelnhäuser Stadtwald knüpfen wir an den virtuellen Stadtrundgang an, den wir im Jahr 2015 anlässlich der großen historischen Stadtrechtsfeier eröffnet haben“, erzählt der Verkehrsvereinsvorsitzende Heinz Pahlich. Dieser virtuelle Rundgang führt Gäste der Barbarossastadt mittels QR-Codes eigenständig durch die historische Altstadt und bietet ihnen an über zwei Dutzend Informationsstelen Auskunft über Sehenswürdigkeiten und gastronomische Angebote – mit Texten, Bildern, Audiodateien und an manchen Orten wie der Kaiserpfalz sogar mit ergänzenden Videoclips. Einzige Voraussetzung für dieses kostenlose Angebot: ein Smartphone. „Der Erfolg des virtuellen Stadtrundganges mit rund 50 Zugriffen pro Tag hat uns darin bestätigt, die Digitalisierung Gelnhausens fortzusetzen“, berichtet Pahlich. Und weil das Kleinod Gelnhäuser Stadtwald mit seinen geschichtsträchtigen und einzigartigen Plätzen neben der historischen Altstadt zu den schönsten Flecken der Barbarossastadt gehört, lag es nahe, ihn als nächstes anzugehen. „Zumal wir hier auf eine Wanderkarte für den Stadtwald aus den 60er Jahren zurückgreifen können, die der Verkehrsverein seinerzeit herausgegeben hat und die mittlerweile restlos vergriffen ist“, erzählt der Vorsitzende.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern Andreas Hattaß und Edgar Kaiser wählte Heinz Pahlich für die digitale Wanderkarte 30 besondere Orte im Stadtwald aus und bestimmte ihre GPS-Koordinaten. Zu allen Punkten recherchierten sie entsprechende Informationstexte. Als passionierter Fotograf steuerte Andreas Hattaß aktuelle Aufnahmen aus dem Stadtwald bei. Zudem legten die drei Aktiven des Verkehrsvereins die vier Routen unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade fest. „Dabei konnten wir teilweise auf beschilderte Wanderwege des Vogelsberger Höhenclubs VHC zurückgreifen“, berichten sie.

Ein heimischer IT-Fachmann entwickelte gemeinsam mit dem Verkehrsverein das browserbasierte Informations- und Navigationssystem durch den Stadtwald, das den Nutzern auch die Möglichkeit bietet, ihr Erlebnis jederzeit via Facebook und Twitter mit Freunden zu teilen. Die web-basierte App bietet zudem einen Kopfbereich, der neben dem Höhenprofil weitere Informationen zur Länge, zum Schwierigkeitsgrad und zum Zeitbedarf der aktuell ausgewählten Tour anzeigt. Wer sich nicht ausschließlich auf die Technik verlassen möchte, hat zudem die Möglichkeit, sich bereits zuhause die gewählte Tour als Karte und mit Wegbeschreibung auszudrucken. Bei allen technischen Möglichkeiten sind sich die Mitglieder des Verkehrsvereins aber einig, dass die digitale Wanderkarte durch den Stadtwald ausschließlich Text- und Bildinformationen bieten soll: „Wir verzichten bewusst auf Audiodateien und Videos, wie wir sie beim virtuellen Stadtrundgang verwenden, denn wir möchten die Sinne der Wanderer und Spaziergänger nicht durch irgendwelche fremden Geräusche vom eigentlichen Naturerlebnis Wald ablenken“, betont Heinz Pahlich abschließend.

Übrigens steht in den nächsten Monaten auch eine Erweiterung des QR-Code-Rundgangs durch das historische Gelnhausen an: Derzeit erarbeiten Mitglieder des Verkehrsvereins Texte zu den Spuren jüdischen Lebens in und zu den alten klösterlichen Niederlassungen, die künftig Einzug in den virtuellen Stadtrundgang halten. Den digitalen Stadtrundgang finden Interessierte im Internet unter www.vvgn.info.

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